Ausstellung „Eyes on Paris“ in Hamburg
Bis Januar 2012 mit Photos und Büchern von Peter Cornelius in den Deichtorhallen
Die Ausstellung mit dem Untertitel „Paris im Fotobuch 1890 bis heute“ zeigt mit zahlreichen Photos, wie Photografen Paris gesehen und erlebt haben, und versammelt alle wichtigen photographisch illustrierten Paris-Bücher des 20. Jahrhunderts. Peter Cornelius ist mit 32 Photographien, Kontaktbögen und den verschiedenen Ausgaben seines Paris-Buches vertreten. Die Ausstellung läuft vom 16. September 2011 bis zum 8. Januar 2012 im Haus der Photographie.
Plakat und Transparent:
Peter Cornelius: Square du Vert-Galant, 1956.
Aus der Serie "Farbiges Paris", 1956-1961
Weder war Peter Cornelius der erste Fotograf, der Paris in Farbe fotografiert hat, noch war sein Buch das erste Paris-Buch, das mit farbigen Abbildungen aufwartete.
Aber er war der erste Fotograf, der – einem künstlerischen Anliegen folgend – Paris konsequent in Farbe sah und seine Eindrücke zeitnah in ein Buch münden ließ.
Bis zum Erscheinen von „Farbiges Paris“ war das „Image“ der Stadt in doppelter Hinsicht monochrom. Paris selbst galt als grau, im besten Falle silbrig oder weißlich schimmernd. Eine Vorstellung, die die „Photographie humaniste“ seit den 30er Jahren mit einem stilbildenden Kanon an schwarz-weißen Bildern unterstützte.
Auch war Farbmaterial lange nicht verfügbar. Farbfilme waren teuer, schwierig zu steuern. Und auch die Drucktechnik steckte mit Blick auf die Reproduktion von Farbfotografie in ihren Anfängen.
Hinzu kamen ästhetische Vorbehalte. Farbe galt als veristisch, direkt, um nicht zu sagen „vulgär“, ein Verfahren, das dem Künstler keine wirkliche „création“ gestatte wie Le Croix noch 1948 konstatierte. Es brauchte folglich einen Fotografen, der entschieden auf die Farbe setzte und bereit war, eine Stadt neu zu sehen, die ihrerseits farbiger, bunter, „poppiger“ wurde. …
Dabei beschränkte sich Cornelius keineswegs auf die damals populäre Gegend um Saint-Germain-des-Prés. Er will das große und ganze Paris: „Ein unendlich reiches Thema, aber schon so oft fotografiert“. Cornelius sucht das Typische, aber er bricht Bild gewordene Topoi durch eine neue Sicht der Dinge. Die Wahrzeichen etwa rücken bildhaft in den Hintergrund, tauchen als Spiegelbilder auf, werden nur ausschnitthaft vorgeführt oder verklärt bei Nacht gesehen.
In der Summe ist es weniger das imperiale, das gebaute Paris, das Cornelius interessiert, als vielmehr eine lebendige, lebens- und liebenswerte Stadt, deren Mythos sich allerdings aus einer reichen Kunst- und Kulturgeschichte speist.
Michael Koetzle in:
Eyes on Paris
Paris im Fotobuch 1890 - 2010,
Hans-Michael Koetzle (Hs.), 400 Seiten, 899 teils farbige Abbildungen
, 24 x 30 cm, gebunden
, ISBN: 978-3-7774-4131-3,
49,90 EUR, 66,90 SFR
Ausblick 2012: Ausstellungen in Kiel
Werke von Peter Cornelius im Stadtmuseum Warleberger Hof und in der Stadtgallerie Kiel
Gleich zwei parallele Ausstellungen werden ab Juni 2012 in Kiel zu sehen sein: das Stadtmuseum Warleberger Hof widmet sich den Schwarz/Weiß-, Kiel- und besonders den Segel-Motiven. Die Stadtgallerie Kiel zeigt die Pariser Photos und Kopenhagen-Bilder. Die Eröffnung wird einen Tag vor Beginn der Kieler Woche am Freitag, den 15. Juni 2012 stattfinden.
Ausstellung „Paris en couleurs“
Wurde bis zum 31. März 2008 im Rathaus von Paris mit Fotos von Peter Cornelius gezeigt
Die Ausstellung „Paris en couleurs“, Paris in Farbe, dokumentierte mit 300 Farbfotografien das Leben und die Veränderung der Metropole von 1907 bis heute. Dem Fotografen Peter Cornelius war ein eigener Raum gewidmet, der einen Querschnitt seiner vielfältigen Arbeit in Paris zeigte.
Die Ausstellung im Pariser Rathaus befand sich im Saal "Saint-Jean" und ging vom 04. Dezember 2007 bis 31. März 2008.
